Workshopwoche Bockelwitz

Bockelwitz war eine der ersten drei Modellkommunen im Programm Jugend bewegt Kommune. Wie in vielen ländlichen Gemeinden beklagen auch in Bockelwitz die Kinder und Jugendlichen das mangelnde Freizeit- und Sportangebot vor Ort. Als Projekt im Rahmen von Jugend bewegt Kommune ist so im September 2013 eine Workshopwoche für Kinder und Jugendliche entstanden.

Im folgenden Interview erläutert die 18-Jährige Projektkoordinatorin Jenny Vogelsang die Durchführung dieser Woche

Wie bist du auf die Idee gekommen eine solche Workshopwoche zu gestalten?

Die Idee hat sich in der Steuerungsgruppe entwickelt und wurde anhand der Interessen der Kinder geplant. Außerdem wollte ich gern mal Kinder mit Jugendlichen zusammenbringen, damit sie voneinander lernen können. Dazu wollte ich den Erwachsenen auch mal zeigen was die Jugend kann und dass es sie in Bockelwitz gibt.

Wie sah diese Workshopwoche denn genau aus?

Insgesamt wurden fünf Workshops in einer Schulwoche im September angeboten. Die Workshops waren über die Altgemeinde Bockelwitz verteilt, sie fanden in Veranstaltungsräumen der verschiedenen Ortsteilen statt (z.B. Turnhalle, Jugendhaus, Grundschule).

Manche Veranstaltungen fanden während der Schulzeit in der Grundschule statt, andere am Nachmittag in der Freizeit der Kinder. Zu den Workshops war immer mindestens ein Erwachsener aus der Steuerungsgruppe anwesend. Die Workshops dauerten jeweils ein bis zwei Stunden und waren natürlich kostenlos für die Kinder. Sie hatten zusätzlich den Sinn einer Schnupperstunde, da die Idee bestand Workshops die gut ankommen wiederholt anzubieten. Alles in Allem waren die Erwachsenen und wir Jugendlichen sehr motiviert mit den Kindern zu arbeiten und es hat Spaß gemacht.

Welche Workshops wurden in dieser Woche angeboten und wer hat sie durchgeführt?

HipHop (Leitung: Schülerinnen der 12. Klasse des Gymnasiums):

Inhalt des Workshops war es eine kleine gemeinsame HipHop-Choreographie mit den Kindern zu erarbeiten. Die Stunde war als Schnupperstunde gedacht und somit mit dem Erlernen einfacher Schritte ausgeschmückt. 

Breakdance (Leitung: Schüler der 12. Klasse des Gymnasiums):

In der Schnupperstunde für Breakdance sollte eine kleine Choreographie mit einfachen Tanzschritten und coolen Moves erarbeitet werden, die zum Tag der offenen Tür vorgeführt werden sollte. Spaß und Bewegung standen im Vordergrund. 

Zwei Fotoworkshops (Leitung: professionelle Fotografin):

Der Workshop fand einmal mit Kindern in der Grundschule statt und einmal als offener Workshop im Jugendhaus. Ziel war es das Interesse der Kinder für Fotografie zu wecken. Die Kinder haben gemeinsam mit der Fotografin in der Natur Bilder gemacht und sich diese gegenseitig vorgestellt und bewertet.

Zum Workshop im Jugendhaus kamen Jugendliche mit ihren eigenen Kameras. Hier standen Technik und Fotobearbeitung im Vordergrund. Zuerst probierten sie aus, was man beim Fotografieren verbessern kann und dann arbeiteten die Mädchen am Computer mit ihren Aufnahmen unter Anleitung der Fotografin.

Demokratie in der Schule (Leitung: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung):

In diesem Workshop wurde der Aufbau eines funktionierenden, selbstständigen Schülerrates in der Grundschule Sitten besprochen. Dieser Workshop war sehr nachhaltig: Der Schülerrat der Grundschule arbeitet immer noch mit dem ausgearbeiteten Leitfaden.

Wie viele und welche Schülerinnen und Schüler haben an der Woche teilgenommen?

An den verschiedenen Workshops haben unterschiedlich viele Kinder teilgenommen. So waren es beim HipHop-Kurs eine ganze Turnhalle voll mit Kindern und beim Foto-Kurs im Jugendhaus nur zwei. Ich denke aber, dass jeder motivierte Schüler der Grundschule, sowie die Schüler der Sekundarstufe 1 des Gymnasium und der Oberschule etwas Treffendes für sich gefunden haben. Fast alle Workshops waren sehr gut besucht.

Vor allem die Schülerinnen und Schüler der Grundschule haben an den Veranstaltungen teilgenommen, aber durch Geschwisterkinder und Aushänge waren dann auch Gymnasiasten und Oberschüler dabei.

Die Organisation war ja sicher eine Menge Arbeit für dich. Was waren deine Hauptaufgaben und wer hat dich dabei unterstützt?

Meine Hauptaufgaben waren das Finden von Workshopleitern, sowie die Organisation, Öffentlichkeitsarbeit und Finanzierung. Große Unterstützung war mir dabei die Steuerungsgruppe, in der u.a. meine Mutter tätig ist.

Wie haben die Schülerinnen und Schüler die Woche angenommen? Wie war das Feedback der Teilnehmenden und der Lehrkräfte im Nachgang?

Die Woche wurde sehr sehr gut von den Kindern angenommen, einige haben sogar später zum Schulfest vorgetanzt und fotografiert. Das Feedback der Lehrkräfte war auch durchweg positiv, vor allem gegenüber der Jugendlichen. Auch die Steuerungsgruppe äußerte sich positiv und erkannte meine Arbeit an.